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Bio-Qualitätsschmiede baut mit Beton

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BETON
BETONBAU
FARBIGER SICHTBETON

Der neue Firmensitz integriert Büros, Logistik und Hallenbereich. Foto: mhp Architekten; Fotograf Sascha Kletzsch, München

Der neue Firmensitz integriert Büros, Logistik und Hallenbereich. Foto: mhp Architekten; Fotograf Sascha Kletzsch, München

Neuer Firmensitz für Byodo

Erkrath, Juni 2009. Eine dunkel eingefärbte Sichtbetonwand trennt den „kundenorientierten“ Bürotrakt von Byodo wirkungsvoll vom funktionalen Logistikbereich und der Lagerhalle. Das ökologisch ausgerichtete Unternehmen kühlt und beheizt seinen modernen Neubau mit regenerativen Energien via Wärmepumpe und Betonkerntemperierung. Die Philosophie des Herstellers für Bio-Produkte lässt sich nun auch am neuen Firmensitz ablesen.

Der Neubau ist klar gegliedert. Eine über drei Geschosse durchgehende Sichtbetonwand trennt den zweigeschossigen Bürobaukörper mit Foyer und Kantine vom Logistikbereich mit großer Lagerhalle und Ladehof.

Ein vorgelagerter Wintergarten vor dem Foyer und der Kantine öffnet das Haus weit nach außen. Über die großflächig zu öffnende Glasfassade sind die halböffentlichen Aufenthaltsräume mit dem Glasvorbau verbunden und können je nach Witterung auch in kälteren Jahreszeiten zur großzügigen Freifläche hin ausgedehnt werden.

Ein Wintergarten dient als Wärmepuffer und geschützte Freifläche. Bildnachweis: mhp Architekten, München

Ein Wintergarten dient als Wärmepuffer und geschützte Freifläche. Bildnachweis: mhp Architekten, München

Die Büroarbeitsplätze ordneten die Architekten an einer über beide Stockwerke laufenden Grünzone an. Diese Zone erhält über ein durchlaufendes Lichtband von oben Tageslicht, das die angenehme Arbeitsatmosphäre in den Büros unterstützt. Großflächige Schiebetüren können bei Bedarf die Büros zur Mitte hin abtrennen.

Die durchgefärbte Sichtbetonscheibe trennt die unterschiedlichen Arbeitsbereiche. Bildnachweis: mhp Architekten, München

Die durchgefärbte Sichtbetonscheibe trennt die unterschiedlichen Arbeitsbereiche. Bildnachweis: mhp Architekten, München

Die Raumatmosphäre im Foyer- und Kantinenbereich sowie auch im Bürokomplex lebt im Wesentlichen von der Klarheit des Materialkonzeptes. So steht die über sämtliche Geschosse und Zonen bis nach außen hin durchgehende Sichtbetonwandfläche in einem reizvollen Kontrast zu den großformatigen Schiebeelementen, die mit unterschiedlich farbigem Filz bespannt sind.

Beton für Bio-Unternehmen

Die Münchner Architekten von mhp planten den Bau als Massivbau und ließen ihn in großen Teilen mit Betonfertigteilen ausführen. So ist der gesamte Rohbau von Bürotrakt und Halle eine durchdachte Fertigteilkonstruktion. Die trennende Sichtbetonscheibe im Zentrum des Bauwerks wurde aus mehreren vorgefertigten Architekturbetonelementen zusammengefügt. Bemerkenswert im Eingangsbereich ist auch die frei in den Raum auskragende Treppe. Ihre einzelnen dunkel durchgefärbten Betonstufen wurden vor Ort in die Wandelemente eingespannt. So ist keine Wange zur Befestigung der einzelnen Stufen nötig. Der geschliffene Betonboden im Logistiktrakt vermittelt selbst der riesigen übersichtlichen Lagerhalle eine gewisse Eleganz.

Das Foyer im neuen Firmensitz in Mühldorf empfängt Mitarbeiter und Kunden. Foto: mhp Architekten, München

Das Foyer im neuen Firmensitz in Mühldorf empfängt Mitarbeiter und Kunden. Foto: mhp Architekten, München

Beton als massiver Baustoff bietet sich für umweltgerechte Energiekonzepte, die weitgehend auf regenerativen Energien beruhen, besonders an. In Mühldorf sollte gemäß der ökologisch ausgerichteten Firmenphilosophie Heizen und Kühlen komplett ohne fossile Brennstoffe möglich sein. Es bot sich an, die konstante Temperatur des Grundwassers zu nutzen, das aus dem kiesigen Untergrund in acht Meter Tiefe einfach zu fördern war. Die Energieerzeugung erfolgt nun über eine Grundwasserwärmepumpe, die das Wasser über einen Sekundärkreislauf bei Bedarf auch direkt zur Kühlung der Halle und der Büroflächen einsetzt.

Das Projekt von mhp Architekten aus München/Massing ist so ausgelegt, dass die Grundlast für Beheizung und Kühlung der Büroflächen durch die Betonkernaktivierung der massiven Bauteile erbracht werden kann. Über entsprechende, in die Betondecken eingegossene und mit Wasser gefüllte, Rohrleitungen werden die Bauteile im Sommer gekühlt und im Winter beheizt.

Als zusätzliches Heiz- und Kühlsystem planten die Architekten eine Be- und Entlüftungsanlage ein, bei der durch variable Luftmengen eine Temperaturregelung in den einzelnen Räumen möglich ist. Zu diesem Zweck wird beheizbare oder kühlbare Frischluft in den einzelnen Räumen über nicht sichtbare Auslässe im Sockelbereich der Brüstungseinbauten entlang der Außenfassade eingebracht und im Bereich der zweigeschossigen zentralen Grünzone wieder abgesaugt.

Auch der nach Südwesten ausgerichtete Wintergarten vor dem Bürogebäude ist Bestandteil des Energiekonzeptes und dient als „Klimapuffer“. Um die Überschusswärme zu nutzen wird bei Bedarf über eine Lüftungsanlage die warme Luft aus dem oberen Bereich des Wintergartens abgesaugt und der Lagerhalle zugeführt. Über einen Bodenkanal wird der Kreislauf geschlossen. Somit lässt sich im Winter und in der Übergangszeit die Halle direkt mit Solarenergie beheizen. Bei sehr hohen Außentemperaturen dagegen wird der Wintergarten über Abluftfensterflügel im Dachbereich und Lamellenfenster im Sockelbereich abgelüftet. In Verlängerung der Wintergartendachfläche integrierten die Architekten auf rund 200 m² eine Photovoltaikanlage in die Fassade, um die Gesamtenergiebilanz des Gebäudes weiter zu verbessern.

Dieser Fachbeitrag und viele weitere Informationen rund um das Bauen mit Beton sind auch unter www.beton.org zu finden.

Energiekonzept BYODO Naturkost GmbH, Mühldorf

Gemäß der ökologisch ausgerichteten Firmen-Philosophie wurde bei der Energieerzeugung komplett auf fossile Brennstoffe verzichtet. Es kommen ausschließlich regenerative Energien zum Einsatz. Da in einer Tiefe von ca. 8 m unter Terrain Grundwasser vorhanden ist und in einem kiesigen Boden gut erschlossen werden kann, wurde für die Energiegewinnung eine Grundwasserwärmepumpe gewählt. Unter Berücksichtigung der Grundwasser-Fließrichtung wurde auf dem Grundstück ein Förder- und ein Schluckbrunnen errichtet.

Über einen Sekundärkreislauf kann das Wasser entweder für die Wärmepumpe oder direkt zur Kühlung der Halle und der Büroflächen genutzt werden. Die Grundlast für Beheizung und Kühlung der Büroflächen wird durch eine Betonkernaktivierung erbracht. Über Rohrregister in den Betondecken werden die Bauteile im Sommer gekühlt und im Winter beheizt. Als zusätzliches Heiz- und Kühlsystem dient eine Be- und Entlüftungsanlage bei der durch variable Luftmengen eine Temperaturregelung in den einzelnen Räumen möglich ist.

Die Zuluft in den einzelnen Räumen wird über nicht sichtbare Auslässe im Sockelbereich der Brüstungseinbauten entlang der Außenfassade eingebracht und im Bereich der 2-geschoßigen zentralen Grünzone wieder abgesaugt.

Der nach Südwesten ausgerichtete Wintergarten vor dem Bürogebäude dient als
„Klimapuffer“. Um die Überschusswärme zu nutzen wird bei Bedarf über eine Lüftungsanlage die warme Luft aus dem oberen Bereich des Wintergartens abgesaugt und der Lagerhalle zugeführt. Über einen Bodenkanal wird der Kreislauf geschlossen. Somit kann im Winter und in der Übergangszeit die Halle direkt mit Solarenergie beheizt werden. Bei sehr hohen Außentemperaturen wird der Wintergarten über Abluftfensterflügel im Dachbereich und Lamellenfenster im Sockelbereich abgelüftet. In Verlängerung der Wintergartendachfläche wurde fassadenintegriert auf ca. 200 m² eine Photovoltaikanlage installiert, um die Gesamtenergiebilanz des Gebäudes weiter zu verbessern.

Text und Bildmaterial mit freundlicher Genehmigung http://www.mhp-architekten.de.
Zur Website des Fotografen Sascha Kletzsch

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Written by bauinformant

23. Juli 2009 um 15:15

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