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Zaha Hadid – Inn-Brücke Hungerburgbahn Innsbruck, Tirol

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Inbetriebnahme: Dezember 2007

Neues Wahrzeichen perfekt in Form gebracht

Mit der Hungerburgbahn ist Innsbruck nicht nur um ein leistungsstarkes Nahverkehrsmittel reicher, sondern verfügt auch über eine anziehende touristische Attraktion. Die 1,8 Kilometer lange Standseilbahnverbindung führt direkt von der Innsbrucker Innenstadt auf das alpine Naherholungsgebiet Nordkette. Für die architektonische Gestaltung der vier Stationsgebäude sowie die Schrägseilbrücke über den Inn-Fluss zeichnet die britische Star-Architektin Zaha Hadid verantwortlich, die in Innsbruck mit der Berg-Isel-Skisprungschanze bereits ein international beachtetes Großprojekt verwirklicht hat.

Die Pylone der neuen, 250 Meter langen Inn-Brücke markieren mit 32,5 m Höhe und ihrer außergewöhnlichen Form einen der architektonischen Höhepunkte des Gesamtprojekts. Die Strabag hat sich zur Herstellung der schlankdimensionierten Pylone für eine Schalungslösung von Doka entschieden. Dabei spielte die Kompetenz von Doka in den Bereichen Sichtbeton und Fertigservice eine ganz wesentliche Rolle.

Individuelle Schalungslösung für komplexen Pylon


Die beiden 32,5 m hohen Pylone sind durch einen unsymmetrischen, veränderlichen Querschnitt gekennzeichnet. Darüber hinaus verfügen die Pylone über eine Neigung von sieben Grad und eine deutlich erkennbare Taillierung. Pro Pylon waren insgesamt 11 Betonierabschnitte auszuführen. Der veränderliche Querschnitt und die Vorgabe nach einer konstanten Brettaufteilung über den gesamten Pylonumfang machte für jeden Betonierabschnitt einen eigenen Satz Formholzkästen erforderlich, die vom Doka-Fertigservice einsatzfertig auf die Baustelle geliefert wurden. Um trotz der beengten Platzverhältnisse eine optimale Baustellenlogistik zu gewährleisten, lieferte Doka die 64 individuell geformten Schalungskästen just-in-time für jeden Betonierabschnitt. Die flügelartige Anordnung der Trägerschalung Top 50 ermöglichte eine optimierte Querschnittsanpassung. Entsprechend den Vorgaben an die Sichtqualität der Betonoberfläche wurde einen Belegung mit gehobelten Brettern gewählt. Eine zusätzliche Anforderungen an die Betonoberfläche bestand in der Ausführung nicht betonter Arbeitsfugen. Durch die Verwendung des Dichtungsbandes KS konnte der Austritt von Zementschlämme verhindert und eine exakte Trennlinie erzielt werden.
Eine zusätzliche Herausforderung bestand in der Ausführung der parabelförmigen Pylonspitze. Auch diese spezielle Anforderung konnten die Experten des Doka-Fertigservice mit einer ausgefeilten Sonderschalung perfekt lösen.

Sonderlösung für hohe Standfestigkeit

Als Aufstandsfläche für die Sonderschalung wurde eine Plattform aus mietbaren SL-1 Stahlträgern errichtet, die mit dem leistungsfähigen Traggerüst Staxo unterstellt wurde. Diese Plattform zeichnete sich durch zwei in Längs- und Querrichtung verschiebbare Ebenen aus, die eine optimale Anpassung an die Querschnittsänderungen und den Neigungswinkel der Pylone ermöglichte. Bei der Planung wurde auf eine hohe Stabilität der Plattform großes Augenmerk gelegt und diese an die bereits fertiggestellten Betonierabschnitte fixiert. Rundum geschlossene Arbeitsbühnen und ein integrierter Treppenturm komplettieren die umfangreiche Sicherheitsausstattung

Wirtschaftliche Tunnelschalung im Großeinsatz

Zwischen der Talstation Congress und der Zwischenstation Löwenhaus verläuft die Trasse der neuen Hungerburgbahn unterirdisch. Wand- und Deckenflächen des 370 m langen Tunnelbauwerks wurden in einem Betonierabschnitt hergestellt. Wegen der geringen Querschnittsbreite wurde ein Schalwagen aus einer Kombination von Framax Xlife und Trägerschalung Top 50 eingesetzt. Die Ableitung der Deckenlasten und das Verfahren der gesamten Schalung erfolgte mit Traggerüst Staxo auf Panzerrollen. Um die Ausschalzeiten zu minimieren wurde die betonierte Decke mit einer fahrbaren Konstruktion aus SL1 Profilen und Anker nach oben gehängt. Insgesamt wurden für den Rennwegtunnel 37 Betonierabschnitte ausgeführt.

Unmittelbar nach dem Rennwegtunnel quert die Hungerburgbahn den Inn und ist im Anschluss daran bis zur Station Alpenzoo wiederum unterirdisch geführt. Die Betonauskleidung des Portalbereichs des bergmännischen Tunnels wurde auf einer Länge von 30 m mit einer Sonderlösung von Doka hergestellt.

Im Ulmenbereich wurde die Auskleidung mit Trägerschalung FF20 und Abstützbock variabel gelöst. Für den Scheitelbereich stand ein Schalwagen aus einer Kombination aus Traggerüst Staxo und Trägerschalung Top 50 im Einsatz. Auch hier wurden die Elemente weitestgehend vom Fertigservice montiert und termingenau angeliefert. Die Schalungslösung konnte durch den Einsatz mietbarer Normteile optimal an die geringen Einsatzzahlen angepasst werden.

1 Einsatz pro Abschnitt, immer gleiche Brettaufteilung von unten bis oben trotz Verjüngung

Text- und Bildquelle: Doka

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Eine detaillierte Beschreibung zu dem Bauprojekt: Zaha Hadid, Hungerburgbahn finden Sie auf beton.org, eine Veröffentlichung von Opus C:

hier

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Technische Daten und Bilder der neuen Hungerburgbahn:

Konzessionsgeber: Innsbrucker Nordkettenbahnen GmbH
Konzessionsnehmer: Nordpark Errichtungs- und Betriebs GmbH
Fassungsvermögen: 130 Personen + 1 Wagenbegleiter
Kapazität: 1200 Personen / Stunde
Fahrgeschwindigkeit: 10 m/s Fahrzeit: ca. 8 min
Streckenlänge:
1797 m
Höhenunterschied:
288 m Streckenanteil oberirdisch: 54 % Streckenanteil unterirdisch: 46 %
Stationen:
4 (Congress, Löwenhaus, Alpenzoo, Hungerburg)
Tunnel: 2 (Rennwegtunnel 371,5 m, Weiherburgtunnel 445 m) Innbrücke: Schrägseilbrücke aus Stahl / 241,5 m lang / 4,7 m breit / zwei 34 m hohe Pylone Totalunternehmer: STRABAG AG
Seilbahntechnik: Leitner
Subplaner Architektur:
Zaha Hadid Architects
Generalplaner Ingenieurbüro:
ILF Beratende Ingenieure ZT GmbH Hochbau und Baumanagement: Malojer Baumanagement GmbH & Co.

Quelle: www.cable-car.de

Nachfolgende Bilder stammen ebenfalls von der Website: www.cable-car.de. Das Betrachten der Fotos erfolgt über externe Links:

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Text- und Bildquelle: http://www.cable-car.de/hungerburgbahn_innsbruck.htm, Fotos: N. Kaldenbach

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Nachfolgend finden Sie weitere Abbildungen zum Vergrößern (externe Links):

Hungerburgbahn in der letzten Bauphase
Die neue Hungerburgbahn Station HungerburgBildnachweis: stone-berlin.de
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Written by bauinformant

16. Juli 2009 um 22:11

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