Bauinformant bloggt Beton

BETON aus Leidenschaft und Profession

Oberflächenbearbeitung von Beton

leave a comment »

Die Bearbeitung von Betonoberflächen ist in zweierlei Hinsicht von Bedeutung: Zum einen werden in der Architektur Verfahren zur Oberflächenbearbeitung gezielt zur Gestaltung von Betonoberflächen eingesetzt; zum anderen müssen im Rahmen von Instandsetzungsmaßnahmen Betontraggründe wiederhergestellt und für die Beschichtung saniert werden.

Technische Bearbeitung


Flammstrahlen
Durch eine thermische Behandlung der Betonoberfläche mit einer Flamme, die bis zu 3200°C heiß ist, bekommt der Beton eine neue Oberflächenstruktur. Bei der Behandlung schmilzt die obere Zementhaut des erhärteten Betons weg und die oberen Kappen der Zuschläge werden abgesprengt. Die Brennübergänge werden sooft wiederholt bis die gewünschte strukturelle Beschaffenheit oder ein bestimmtes Aussehen der Oberfläche erreicht ist. Die äußere Betonrandzone wird im Anschluß an die thermische Behandlung in einem zweiten, mechanischen Verfahrensschritt von gelockerten Gefügepartikeln und erstarrtem Schmelzgut gereinigt. Dies geschieht i. d. R. mit Klopfmaschinen, rotierenden Stahldrahtbürsten oder auch durch mechanisches Strahlen.

Einsatzgebiete:
Findet Anwendung bei der Sanierung und Restaurierung von Gebäuden, insbesondere von Betonflächen an Boden und Wand. Die Stahlindustrie verwendet das Flammstrahlen zur Entrostung großflächiger Bauteile.

—————————————————————————————————————————————————————-

Sandstrahlen/ Feuchtstrahlen
Beim Sand- oder Feuchtstrahlen wird die Oberfläche des Betons so bearbeitet, dass das Korngefüge weitgehend freigelegt ist. Die Oberfläche ist dann für eine weitere Beschichtung optimal geeignet. Wegen der Staubentwicklung ist das Verfahren stark umweltbelastend und wird kaum noch angewandt. Um die Staubentwicklung zu reduzieren, wird der Untergrund angefeuchtet und  dem Sandstrahl Wasser zugegeben, dieses modifizierte Verfahren nennt sich Feuchtstrahlen.
—————————————————————————————————————————————————————-

Stahlkugel-Strahlverfahren
Die dafür erforderlichen Geräte arbeiten nahezu staubfrei. Je nach Strahlmittel (rund, kantig, unterschiedliche Größen) kann das Oberflächenprofil variiert werden. Nach dem Strahlvorgang wird die Oberfläche mit einem Industriestaubsauger vom Staub
befreit.

—————————————————————————————————————————————————————-

Handwerkliche Bearbeitung:

Bossieren:

Bossieren ist die Bezeichnung für eine steinmetzartige Oberflächenbearbeitung, die entweder manuell mit Bossierhammer und Setzeisen oder maschinell mit Bohr- oder Meißelhämmern unter Verwendung von Spezialwerkzeugen durchführt wird. Die grobe Bearbeitung ist nur bei Betonen mit weichem Zuschlag ausführbar.
—————————————————————————————————————————————————————-

Spitzen: spitzen
Mit einem Hammer und Spitzeisen wird die Fläche 10-30 mm tief bearbeitet. Die Oberfläche wird dabei rau und aufgehellt.

(Abb. rechts: gespitze Betonfläche Kantenbearbeitung: eingesprengt. Bildquelle: Steinmetzbetrieb Miedl)
—————————————————————————————————————————————————————-

scharrieren

Scharrieren:
Die glatte Betonoberfläche wird mit einem Scharriereisen (Flachmeißel) gleichmäßig und parallel aufgeschlagen. Dadurch entsteht eine linienartige Struktur, die der Oberfläche Tiefe und Profil gibt.

(Abb. links: scharrierte Betonfläche; Kantenbearbeitung scharriert. Bildquelle: Steinmetzbetrieb Miedl)

—————————————————————————————————————————————————————-

Stocken: stocken
Mit Hilfe eines Stockhammers wird auf der Betonoberfläche eine Struktur erzeugt. Die Betonoberfläche wird dabei deutlich aufgehellt.

(Abb. rechts: gestockte Betonfläche Kantenbearbeitung: scharriert, Bildquelle: Steinmetzbetrieb Miedl)

—————————————————————————————————————————————————————-

Mechanische Bearbeitung

Schleifen
Beim Schleifen wird die Betonoberfläche mit Diamanten oder Karborundum gefräst oder geschliffen. Dabei kann man sowohl nur die oberste Zementhaut entfernen als auch das Zuschlagskorn in seinem größten Durchmesser freilegen. In aufeinanderfolgenden Schleifgängen werden immer glattere bis hochglänzende Oberflächen erarbeitet.

Polieren:
Mittels eines feinen Schleifmittels wird die Oberfläche glänzend geschliffen. Für diese Bearbeitung muss der Beton gut verdichtet sein und eine grobe Gesteinskörnung aufweisen.

—————————————————————————————————————————————————————-

Fachartikel

„Gestaltungsmöglichkeiten von Betonoberflächen“

von Dipl.-Ing. Dipl. Wirtsch.-Ing. Martin Möllmann

zum Download

(Pdf-Formular, externer Link)

Weitere Informationen auf der Homepage des Herstellers
www.dyckerhoff-weiss.de

—————————————————————————————————————————————————————-
eingestellt von:

LogoBauinformant
www.bauinformant.de

Advertisements

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s

%d Bloggern gefällt das: