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Nichtrostende Stähle

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Neben der chemischen Industrie besitzen nichtrostende Stähle in den Bereichen Bauwesen, Verkehrswesen, Energietechnik, Meerestechnik, Lebensmittelindustrie und Haushaltstechnik ein breites Anwendungsfeld. Von wenigen Ausnahmen abgesehen, werden die nichtrostenden Stähle primär aufgrund ihrer Korrosionsbeständigkeit eingesetzt. Für eine Anwendung als Betonbewehrung muss eine Schätzung der korrosiven Umgebung gegen Ende der erwarteten Lebensdauer gemacht werden, was im Fall einer Brücke 80 oder sogar 120 Jahre sein kann.

Korrosionsschäden
Die alarmierenden Korrosionsschäden an Strassenbrücken, Tunnel, Galerien, Mauern, Parkhäusern und anderen Betonkonstruktionen in den USA, Kanada, Skandinavien, Grossbritannien und Kontinentaleuropa (vorwiegend durch Streusalz) und Schäden an Betonbauten im Mittleren Osten und anderen Ländern mit warmer, feuchter und salzhaltiger Atmosphäre haben das Interesse seit einiger Zeit auf die vorteilhaften Eigenschaften der nichtrostenden Stähle für Betonbewehrungen gelenkt.

Was ist nichtrostender Stahl
Wird gewöhnlichem Stahl mindestens 11% Chrom beigefügt, so ergibt sich der einfachste nichtrostende Stahl, der geeignet ist für den Einsatz in einer schwach aggressiven wässrigen Umgebung. Der Zusatz von Chrom bewirkt auf der Stahloberfläche die Bildung einer dünnen, dichten fest haftenden und dehnbaren Oxidschicht. Diese Oxidschicht verleiht dem Stahl Passivität, d.h. er korrodiert nicht aktiv. Sie wird auch Passivschicht genannt und ist dafür verantwortlich, dass der Stahl korrosionsbeständig ist. Wenn sich die Bedingungen ändern, passt sich die Oxidschicht den neuen Bedingungen an. Es ist auch möglich, dass die Passivschicht durch Werkzeuge oder durch Unfall beschädigt wird. Unter normalen Umständen, im Beisein von Luft, erstellt sich die Passivschicht von neuem, sie heilt sich selbst. Diese interessante Eigenschaft der nichtrostenden Stähle hat eine grosse praktische Bedeutung, da in den meisten Fällen keine speziellen Massnahmen nötig sind, um die Passivschicht zu erneuern oder zu reparieren.

Ancon_Stahl

In Europa werden etwa 10 verschiedene Legierungen für gerippten Betonstahl angeboten. Da der Anteil der zulegierten Elemente den Preis der nichtrostenden Stähle beeinflusst, ist es die Verantwortung des Ingenieurs, den kostenwirksamsten Stahl für eine bestimmte Anwendung zu wählen. Andererseits darf nicht vergessen werden, dass jeder Korrosionsfall enorme Kosten für die Behebung auslöst. Zudem machen die Kosten für die Bewehrung nur einen kleinen Teil der Gesamtkosten einer Betonkonstruktion aus.

Quelle, mit Genehmigung der: Ancon GmbH, Nürnberg

veröffentlicht auf bauinformant,
Thema des Monats Februar 2009

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Written by bauinformant

20. Mai 2009 um 14:48

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